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Axel Prahl und das Inselorchester

Wenn Axel Prahl – der medial Traumquoten erzielt und Traumnoten von der Kritik wie vom Boulevard bekommt - seit 2011 zur Gitarre und zum Mikrophon greift, hat das nichts mit dem Wunsch nach öffentlicher Abrundung einer, seiner Karriere zu tun: Es ist einzig, einem bislang, leider sträflich vernachlässigtem Bestandteil des eigenen Lebensentwurfes geschuldet.

 Als Axel bekam er als Achtjähriger die erste Gitarre aus einem schwachbunten Quelle-Katalog, als Dreizehnjähriger träumte er davon, mal eine Schallplatte zu machen, als junger Mann versucht er sein Glück mit einem Musikstudium auf Lehramt in Kiel, um es dann doch zunächst lieber als Straßenmusikant in Spanien finden zu wollen. Doch "Gut Ding will Weile haben"!

 Nun ist es soweit. Axel Prahl bringt, 51-jährig, sein erstes Album „Blick aufs Mehr“ heraus und gibt dazu einige Konzerte.

 Doch er singt nicht irgendwas! Er interpretiert nicht Brel neu oder Brecht anders, singt keinen Swing oder Schlager der zwanziger Jahre, nicht Rio Reiser, den er sehr schätzt, oder Hans Albers, nein, ...mit drei Worten gesagt:

 Prahl singt Prahl.

 Er singt, was aus der eigenen Feder und dem eigenen Erleben entsprungen ist - mit Blick aufs Mehr.

 Seine Band ist ein kleines handverlesenes Orchester von neun Musikern, die in der deutschen Rock-, Jazz - und Klassikszene einen klangvollen Namen und eine Menge Erfahrung einzubringen haben. Allen voran Danny Dziuk, der das Ansehen von Stoppok (längst, mit einigen Klassikern) und jenes von Annett Louisan (unlängst, mit ihrem aktuellen Album) befördert hat, aber auch der Beliebtheit von Hauptkommissar Frank Thiel – eher unbemerkt – mit einigen Musiken in der Tatort-Historie unaufdringlich behilflich war.

 Der Musiker Prahl räsoniert (mit „Blick aufs Mehr“) und randaliert (als „Cosmopolitano“), säuselt und seufzt („Wieso bist du immer noch da?“). Er ist bissig bis blauäugig brav, rührt, verführt und taucht (als “Wilde Welle“) uns in ein höchst vergnügliches, heiß-kaltes Wechselbad der Gefühle.

 Prahl und seine Musiker verzaubern uns mit einer atemraubenden Melange musikalischer Stilmittel, was dann so gar nicht beliebig ist.

 Allein, dass man Axel Prahls unvermutet zart- zerbrechlichen Schmelz in seiner Stimme und deren Modulationsfähigkeit erst jetzt zu hören bekommt, ist zwar irgendwie ärgerlich, aber nun Dank Album und einigen Konzerten - auch wieder tröstlich zugleich.





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        • Axel Prahl mit Engerling vom 21.12.2013

        • Liebe hat mir den Tisch gedeckt - Worpswede

         

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